Die Burg

Die Burg, eine beeindruckende mittelalterliche Festung, liegt majestätisch auf dem höchsten Teil der Anhöhe von Sankt Angelo.

Sie wurde im 9.Jahrhundert von Docibile I., Ipata (vom Lateinischen hypatus = Konsul) von Gaeta (882) erbaut. Sie bestand ursprünglich nur aus einem polygonalen Turm und eine mit Zinnen versehenen Mauer und Wachtürmen. Mit einer derartigen Festung beabsichtigte man, die bedrohlichen und wiederholten Überfällen der Sarazenen und andere arabiche her Völker.

Castello

Im Jahr 950 ließ Marino I, Enkel des Docibile, einen zweiten quadratischen Turm (Mastio), höher und imposanter als der erste, errichten.
Im Laufe der Zeit wurde die Festung erweitert, erstmals wurde der zylindrische Turm errichtet, danach folgten das Wohnteil und der Wehrgang, der beide verbindet (1250).
Teil des Gebäudekomplexes ist auch eine kleinere Festung mit drei kleinen Rundtürmen, die sich auf einer tieferen Ebene befindet und vom Haupteingang sichtbar ist. Sie diente als Raststätte für die Pferde und als Quartier für Dienerschaft und Wachleute (Cavea).Durch ein Gitter kann man das Judengetto, wo sich eine kleine Synagoge befand, die nicht mehr existiert, sehen.

Das jüdische Stadtviertel lag außerhalb der Burgmauern , von einer Mauer umgeben. Ein Tor verband das Viertel mit der Festung und wurde nachts mit einem Schlüssel verschlossen, um zu verhindern, dass die Juden mit den Einheimischen Umgang hatten. Die Juden waren tüchtige Handwerker und Kaufleute von allen gefürchtet insbesondere von Kardinal Ippolito de Medici. Er schloss sie aus Angst in das Getto ein und zwang sie zu niedrigen Arbeiten.

Der bewohnbare Teil der Burg erstreckt sich auf zwei Etagen, jeweils in drei Zimmer unterteilt, und bindet den polygonalen Turm mit dem quadratischem Turm.

Wenn man die gewaltige Burg betritt, eröffnen sich links sofort zwei Säle, von denen man über eine Treppe in die untere Etage absteigen kann. Diese Etage besteht aus zwei großen Räumen, wahrscheinlich Wirtschaftlokale, wie eine einige Gefäße vermuten lässt, die man heute noch im weiten Raum sehen kann und die sehr wahrscheinlich zur Konservierung der Speisen diente. Man erkennt dort auch die Umrisse älterer Ofen und einer alten Zisterne, in der das Regenwasser aufgefangen wurde. Wenn man in die zweite Etage steigt, kann man auch die Reste eines Kamins und ein Fresko entdecken, das den Heiligen Antonius und die Madonna mit dem Kind darstellt. An diesem Ort wurde durch Gelder der Familie Caetani eine Familienkapelle errichtet. Man denkt, dass im Zimmer daneben ein Schlafzimmer war . Wenn man die letzte Rampe der Treppe hinaufsteigt, betritt man eine weite Panoramaterrasse. Von da kann man mehrere Türme zur Nachrichtenübermittlung erkennen. Außerdem bemerkt man den zylindrischen Turm, der Krokodilsturm” bezeichnet wurde, weil im unteren Wassergraben war einmal ein Krokodil der die verurteilten Gefangenen auffraß. Es entstanden um diesen Turm zahllose Legenden. Es hieß, dass die geplagten Seelen als Gespenster in der Burg spukten und man konnte das Wehklagen hören oder man konnte das Flattern der Mäntel entlang des Wehrgrabens sehen. Es verleiht den Ruinen etwas Düsteres und zugleich Faszinierendes.

Castello6Wir erinnern daran, dass die Burg in der Vergangenheit die bildhübsche Giulia Gonzaga, Fürstin von Fondi, eine der berühmtesten Frauen der Renaissance, die in ihrem Wohnsitz Künstler und Schriftsteller der Epoche empfing, beherbergt hat.

In den siebziger Jahren erwarb die Provinz die Burg zu einem symbolischen Preis von Dr. Comm. Francesco Saverio lalongo und schenkte sie dann der Gemeindeverwaltung von Itri. In den neunziger Jahren wurden die Restaurierungsarbeiten dank der Finanzierung der Region Latium begonnen.

Am 4. Juni 2003 wurde die Eröffnung des restaurierten Teiles der Burg gefeiert.

Am 14 September 2007, nach langen ausgebigen Strukturarbeiten, wird die gesamte Burg der Gemeinde zurückgegeben.

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